Lichtfrequenzen und Biophotonen: Wenn Licht zur Information wird
Lichtfrequenzen und Biophotonen: Wenn Licht zur Information wird
So viel Licht in deinem Alltag ist reine Wärme – und so viel bleibt ungenutzt. Doch Licht lässt sich auch als Frequenz und als Information verstehen: als feiner Impuls, der in die Tiefe eines Gewebes reichen kann, statt nur die Oberfläche zu erhitzen. Genau darum geht es hier: um das Konzept, das Anbieter von Geräten wie der neowake® Chroma Watch für ihre tragbare Lichtanwendung heranziehen. Vorab wichtig: Es handelt sich um ein Wellnessgerät, nicht um ein Medizinprodukt. Wirkungen im klinischen Sinne sind nicht wissenschaftlich belegt. Alles Folgende sind Konzepte und Modelle, die Unternehmen wie neowake® selbst beschreiben – keine ärztliche Aussage. Wer einen Herzschrittmacher trägt, schwanger ist oder an Epilepsie leidet, sollte vor der Nutzung ärztlichen Rat einholen.
Physikalisch ist sichtbares Licht ein winziger, aber ganz besonderer Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. Jede Farbe entspricht einer eigenen Wellenlänge, gemessen in Nanometern (nm). Was dein Auge als „Blau”, „Grün”, „Gelb” oder „Rot” wahrnimmt, ist in Wahrheit jeweils eine präzise Schwingungsfrequenz. Diese Frequenz trägt Energie – und genau diese Idee stellt das Modell her, das neowake® als „Lichtfrequenzanwendung” beschreibt: Licht nicht in erster Linie als Wärme, sondern als feiner Informationsträger zu denken, der gezielt eingesetzt werden kann.
Damit ein solcher Ansatz eine tiefere Wirkung hätte, wäre der Übergang wichtig: von der Oberflächenbestrahlung mit Wärmewirkung zu einer dosierten Anwendung, die unterschiedlich tief ins Gewebe reichen soll. Genau davon spricht der Hersteller, wenn es um Licht geht, das durch oberflächennahe Blutgefäße am Handgelenk und weitere Applikationswege geführt wird.
Frequenzen als „Zielvokabular”: Die vier Wellenlängen
Ein zentrales Element der Markenlogik von neowake® ist eine Farb-Zuordnung mit sogenanntem „Ziel”-Vokabular. Wichtig: Diese Beschreibungen sind die firmeneigene Zuordnung – keine wissenschaftlich belegte Eigenschaft der Wellenlängen. Nach den Angaben des Anbieters stehen die vier Wellenlängen der Chroma-Watch-Anwendung für unterschiedliche Impulse:
- Blau (450 nm)
- Grün (532 nm)
- Gelb (589 nm)
- Rot (650 nm)
Diese Zuordnung ist ein sinnstiftendes Rahmenwerk des Unternehmens. Halte dir dabei vor Augen: Es sind Firmen-Farbcodes und eine Hersteller-Erzählung, keine medizinischen Wirklabel.
Das „Informationsmodell”: Zellen, Spannung und Mitochondrien
Hinter der Idee von Lichtfrequenzen steht bei neowake® ein breiteres Modell, das der Anbieter aus zitierten Quellen ableitet und das man als „Informationsmedizin” bezeichnen könnte. Kernaussage in der Darstellung des Herstellers: Zellen verfügen über eine elektrische Spannung – in der von Anbietern zitierten Modellvorstellung etwa im Bereich von 70 bis 100 Millivolt. Licht als Frequenz soll dabei die Zellphysiologie nicht über Wärme, sondern über Energie ansprechen und so die körpereigene ATP-Bildung in den Mitochondrien fördern. Angeknüpft wird an die historische Erzählung um Otto Warburg und den Zusammenhang von Zellatmung und Energiehaushalt.
Zusätzlich führt neowake® an, dass der menschliche Körper zu etwa 60 bis 75 Prozent aus Wasser besteht. Wasser gilt in diesem Modell als Medium, das Lichtschwingungen weiterträgt und so tiefere Gewebeschichten „informieren” könnte. Verstehe auch dies nur als von neowake® dargestelltes Modell laut zitierter Quellen – nicht als eigene wissenschaftliche Aussage dieses Artikels. Ein klinischer Nachweis im medizinischen Sinne besteht dafür nicht.
Woher der Begriff „Biophotonen” kommt
Ein Begriff schwebt über diesem ganzen Themenfeld: die „Biophotonen”. Er stammt aus einer esoterisch geprägten Ecke und wird oft mit dem Physiker Fritz-Albert Popp verbunden, der die Vorstellung verbreitete, dass Zellen schwache Lichtquanten – quasi „Zell-Photonen” – aussenden. In dieser Erzählung bilden Lichtwellen eine Art Kommunikationssprache der Zellen.
Viele Anbieter zitieren diese Idee, um ihre Geräte in einen größeren Rahmen zu stellen; auch neowake® bewegt sich konzeptionell mit Begriffen, die an „Lichtblut” oder „Photonen” angelehnt sind. Der Biophotonen-Begriff ist ein Modell aus der Forschung, das bis heute kontrovers diskutiert wird. Spannend bleibt die Grundidee: dass Zellen Licht aussenden und darüber miteinander kommunizieren könnten – ein Forschungsfeld, an dem bis heute gearbeitet wird.
Frequenzen bis in die Tiefe: Der Mund-Applikator
Interessant wird das Konzept dort, wo Licht unterschiedliche Gewebetiefen erreichen soll. Bei einem Mund-Applikator der Chroma-Linie spricht neowake® von mehreren Wellenlängen und Tiefen: 405 nm, 450 nm, 660 nm und 810 nm, verteilt auf drei Tiefenstufen – wobei das nah-infrarote 810-nm-Licht laut Anbieter am weitesten ins Gewebe reichen soll. Dass Infrarot weniger gestreut wird als sichtbares Licht, gehört dabei zu den vergleichsweise nachvollziehbaren physikalischen Grundannahmen.
Die Chroma Watch als tragbarer Anker
neowake® Chroma Watch
Im Chrome-Shop ist die Chroma Watch mit 1.399 Euro gelistet – ein deutliches Zeichen, dass dieser Ansatz als premium positioniertes Konzept vermarktet wird.
Was das Konzept für deinen Alltag heißt
Was das für dich bedeutet:
neowake® Chroma Watch
Was die Forschung zu Licht als Signal zeigt
Dass Licht mehr liefert als Bilder, ist seit 2002 genauer bekannt: Der Forscher David Berson entdeckte am Auge lichtempfindliche Ganglienzellen mit dem Farbstoff Melanopsin. Sie melden Helligkeit an die innere Uhr, ohne am Sehen beteiligt zu sein. Deshalb wirkt Licht auf deinen Schlaf-Wach-Rhythmus, auch wenn es nur indirekt auf dich fällt.
Für die Anwendung von Rot- und Nahinfrarotlicht direkt auf der Haut steht der Begriff Photobiomodulation. Die Biophysikerin Tiina Karu beschreibt seit den 1980er Jahren, dass dieses Licht von der Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien aufgenommen wird – dem Enzym, das dort am Energiestoffwechsel beteiligt ist. Aus dieser Forschung sind Anwendungen entstanden, die heute in Praxen und Kliniken eingesetzt werden.
Der Begriff Biophotonen geht auf Fritz-Albert Popp zurück, der ab den 1970er Jahren die extrem schwache Lichtabgabe lebender Zellen untersuchte. Diese Abstrahlung ist messbar; die weitergehende Deutung als körpereigenes Kommunikationssystem ist wissenschaftlich jedoch umstritten. Gut belegt ist dagegen der Zusammenhang von Licht und innerer Uhr: Für die Erforschung der inneren Taktgeber wurde 2017 der Medizinnobelpreis vergeben (Hall, Rosbash und Young).
